Smartphone-Akku schnell leer? Das sind die häufigsten Ursachen sowie Tipps zur Lösung


Inzwischen gibt es kaum noch Menschen ohne ein Smartphone. War das Handy nach der Einführung in den 1980er-Jahren noch ein Luxusgut, ist das „intelligente“ Telefon für die Hosentasche längst zum Alltagsbegleiter geworden. Umso ärgerlicher ist es, wenn der Akku schon nach wenigen Stunden schlappmacht. Wer kennt es nicht: morgens noch vollständig geladen, erscheint am frühen Abend mitunter das Popup mit der Warnmeldung, dass der Energiesparmodus aktiviert wurde. Je älter das Smartphone ist, desto eher denken viele Nutzer, dass der Smartphone-Akku defekt ist. Dabei liegen die Ursachen in der Realität an ganz anderen Stellen.

Smartphone-Akku schnell leer

Für die verkürzte Laufzeit sorgen oft andere Dinge wie ungünstige Einstellungen, stromhungrige Apps oder unbemerkte Hintergrundprozesse. Auch Kälte oder Hitze und im schlimmsten Fall die natürliche Alterung spielen eine Rolle. Dieser Ratgeber erläutert ausführlich, welche Ursachen besonders häufig sind und wie sich die Laufzeiten verbessern lassen.

Das Display ist ein großer Stromfresser

Smartphone-Akku Display Einstellungen AndroidDer größte Energieverbraucher bei einem Smartphone und damit bedeutend beim Blick auf die Ursachen für einen schnell leer werdenden Smartphone-Akku ist meist das Display. Denn große Bildschirme mit einer hohen Auflösung, einer hohen Helligkeit und sehr schnellen Bildwiederholraten benötigen viel Strom. Wer beispielsweise dauerhaft mit der maximalen Helligkeit arbeitet, reduziert die Laufzeit des Smartphone-Akkus meist deutlich. Gleiches gilt für Menschen, die auf ihrem Smartphone eine Bildwiederholungsrate von 120 Hertz nutzen.

Tipps rund um das Display für eine verlängerte Laufzeit

Damit der Smartphone-Akku nicht schnell leer wird, folgen hier die Punkte, auf die Nutzer achten sollten:

  • Bildschirmhelligkeit manuell senken: Wer das Display oft sehr hell eingestellt hat, kann den Akkuverbrauch spürbar senken. Die Helligkeit lässt sich meist direkt auf dem Startbildschirm über die Schnellzugriffe in Android beziehungsweise das Kontrollzentrum beim iPhone anpassen. Ebenso ist das in den Einstellungen des Smartphones möglich. Wer es selbst einmal getestet hat, der merkt, dass bereits eine Reduzierung auf 50 bis 60 Prozent reicht, um die Laufzeit zu verlängern, ohne Einschränkungen bei der Nutzung des Smartphones hinnehmen zu müssen.
  • Automatische Helligkeit aktivieren: Eine weitere Möglichkeit ist die Aktivierung der Helligkeitsregelung in den Einstellungen. Bei iPhones findet sich die Funktion meist unter Bedienungshilfen -> Anzeige und Textgröße, bei Android-Smartphones von Samsung, Google und Co. ist das häufig unter Display und Touchbedienung. Das Smartphone passt die Helligkeit des Bildschirms danach automatisch an die Umgebung an. So wird das Display in dunklen Räumen gedimmt, draußen in der Sonne hingegen heller gestellt.
  • Display-Timeout verkürzen: Nach jeder Nutzung bleibt das Display oft noch mehrere Sekunden oder Minuten eingeschaltet. In den Einstellungen findet sich das meist unter „Display“, „Bildschirm“ oder „Anzeige“. Dort lässt sich dann festlegen, wann sich der Bildschirm automatisch sperrt. Empfehlenswert sind 30 Sekunden oder eine Minute. So bleibt das Smartphone nicht unnötig aktiv, wenn es abgelegt oder vergessen wird.
  • Dunkelmodus nutzen: Sowohl die Android-Smartphones als auch iPhones bieten einen systemweiten Dunkelmodus in den Anzeige-Einstellungen. Menüs, kompatible Apps und Oberflächen erscheinen dann mit dunklem Hintergrund. Besonders Geräte mit einem OLED-Display profitieren davon, weil schwarze Bildbereiche weniger Energie benötigen. Gleichzeitig wirkt die Darstellung für viele Nutzer bei wenig Licht angenehmer für die Augen.
  • Bildschirmrate verringern: Viele moderne Smartphones haben Displays mit einer Bildwiederholrate von 90 oder 120 Hertz. Dadurch wirken Animationen sowie die Bewegungen beim Scrollen besonders flüssig. Das sorgt dafür, dass der Smartphone-Akku schnell leer wird, denn das Smartphone arbeitet mit einem erhöhten Stromverbrauch. Wer hier bei seinem Smartphone in den Display-Einstellungen auf 60 Hertz oder „automatisch“ wechselt, spart oft spürbar Akku, ohne die Nutzung im Alltag zu sehr einzuschränken.

Apps laufen im Hintergrund weiter

Viele Apps auf dem Smartphone arbeiten auch dann weiter, wenn sie gar nicht aktiv genutzt werden. Messenger synchronisieren Nachrichten, soziale Netzwerke aktualisieren Inhalte, Wetter-Apps laden Daten nach und Fitness-Apps greifen auf die Sensoren zu. Das Problem hierbei ist, dass manche der Anwendungen schlecht optimiert sind und einen dauerhaft hohen Verbrauch verursachen.

So lässt sich der Stromverbrauch durch Apps reduzieren

Im ersten Schritt gilt es, den Akkuverbrauch und die Hintergrundaktivität einzelner Apps in den Einstellungen zu überprüfen. Sowohl beim iPhone als auch bei Android-Smartphones lässt sich nachvollziehen, welche Anwendungen besonders viel Energie verbrauchen. Bei den Smartphones von Google, Xiaomi, Oppo, Samsung und Co. findet sich dies unter Akku -> Batterie oder Gerätewartung oder Akkunutzung. Dort wird dann schnell deutlich, welche Apps im Hintergrund laufen. Bei iPhone finden sich die Stromfresser unter Einstellungen -> Batterie.

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Social-Media-Apps sind große Stromverbraucher: Zu den größten Stromfressern gehören heutzutage ohne Frage die Social-Media-Apps. Facebook, Instagram, TikTok oder Snapchat nutzen häufig Kamera, Standort, Datenverbindungen und Push-Mitteilungen gleichzeitig. Ferner laden sich stets neue Inhalte wie Videos, Stories oder Nachrichten nach. Wer diese Anwendungen nutzt oder dauerhaft im Hintergrund aktiv lässt, muss oft mit deutlich kürzerer Akkulaufzeit rechnen.

Snapchat auf dem iPhone

Darüber hinaus sammeln viele Smartphones im Laufe der Zeit Anwendungen, die kaum noch oder gar nicht mehr genutzt werden. Jede dieser installierten App kann jedoch Speicher belegen, Benachrichtigungen senden oder gar Prozesse im Hintergrund starten. Nicht mehr benötigte Apps lassen sich durch längeres Drücken des Symbols deinstallierten oder in Android in den Einstellungen unter „Apps“ – >“Nicht verwendete Apps“ verwalten.

Ebenso sollten die automatischen Synchronisierungen reduziert werden. Insbesondere E-Mail-Konten, Cloud-Dienste, Kalender und Kontakte gleichen die Daten regelmäßig automatisch ab. Allerdings kostet dieser Komfort Akkuleistung. Das gilt vor allem, wenn viele Konten eingebunden sind. In den Einstellungen können die Synchronisierungsintervalle verlängern oder gar einzelne Dienste deaktivieren. Bei manchen Apps genügt ein manueller Abruf, bei anderen ein größerer Zeitabstand.

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Falsche Ladegewohnheiten schaden dem Akku! Viele Menschen laden ihr Smartphone täglich auf 100 Prozent auf und lassen es die ganze Nacht am Ladegerät. Moderne Geräte regeln das zwar in der Regel intelligent, doch dauerhaft hohe Temperaturen beim Laden sind ungünstig. Daher sollte der Akku immer zwischen 20 und 80 Prozent geladen sein und das Gerät beim Laden nicht stark genutzt werden. Zudem sollten hochwertige Ladegeräte verwendet werden.

Schlechter Empfang saugt Smartphone-Akku schnell leer

Ein oft unterschätzter Punkt ist das Mobilfunknetz. Hat das Smartphone einen schlechten Empfang, erhöht es die Sendeleistung und sucht ständig nach besseren Netzen. Dies gilt besonders hier:

  • In Zügen
  • In ländlichen Regionen
  • In Autos
  • In Gebäuden mit dicken Wänden
  • In Keller und Tiefgaragen
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Tipps bei schlechtem Empfang: Um hier die Akkuleistung zu schützen, sollte vor allem WLAN genutzt werden, wenn es verfügbar ist. Wenn nicht notwendig, sollte auch 5G deaktiviert werden. Zudem sollte bei bekannten Funklöchern der Flugmodus aktiviert werden. Wer außerdem eine zweite SIM-Karte nutzt, sollte diese deaktivieren, wenn sie nicht notwendig ist.

FAQ: Welche weiteren Stromfresser gibt es für den Smartphone-Akku?

Können Standortdienste und GPS den Stromverbrauch des Smartphone-Akkus beeinflussen?
Ja, die Navigation, Lieferdienste, Wetterdienste, Kamera-Apps und Fitness-Anwendungen greifen häufig auf den Standort zu. Eine dauerhaft aktive GPS-Ortung belastet den Akku deutlich. Daher sollte der Standort nur erlaubt werden, wenn es beim Verwenden der jeweiligen App notwendig ist. Auch der präzise Standort sollte deaktiviert werden. Die Navigation sollte außerdem nur bei Bedarf genutzt werden.
Wie lange hält ein Smartphone-Akku?
Je nach Nutzung hält ein Akku etwa 2 bis 5 Jahre.
Haben Push-Benachrichtigungen Einfluss auf den Stromverbrauch beim Smartphone?
Ja, denn jede Benachrichtigung aktiviert Prozesse im Hintergrund. Das Smartphone ruft Daten ab, aktiviert das Display und vibriert zudem oder gibt einen Ton von sich.
Ist das Schnellladen schädlich?
Bei den hochwertigen Smartphones der heutigen Generation ist ein normales Schnellladen unproblematisch. Allerdings sollte eine häufige Hitzeentwicklung aber vermieden werden.
Sollte der Akku komplett entleert werden?
Nein, eine Tiefentladung ist für Lithium-Ionen-Akku eher ungünstig.
Welche weiteren Punkte sind als Stromfresser für Smartphones bekannt?
Ein weiterer Punkt sind zu viele aktive Verbindungen wie Bluetooth, WLAN, NFC, kabellose Kopfhörer oder Hotspot. Was davon nicht gebraucht wird, sollte getrennt oder ausgeschaltet werden. Zudem wirken sich hohe oder niedrige Temperaturen negativ auf den Smartphone-Akku aus. Von daher sollten Smartphones nie in der direkten Sonne liegen, beim Laden nicht überhitzt werden und im Winter wiederum sehr körpernah getragen werden.

Was tun, wenn der Akku tatsächlich gealtert ist?

Trotz aller Tipps und Lösungen kommt der Zeitpunkt, an dem der Smartphone-Akku gealtert ist, da Lithium-Ionen-Akkus mit der Zeit an Kapazität verlieren. Nach vielen hunderten Ladezyklen sinkt die maximale Energiemenge, die der Akku speichern kann. Nutzer merken das in der Regel, wenn der Akku beispielsweise plötzlich von 20 Prozent auf 5 Prozent fällt, wenn sich die Laufzeit deutlich verkürzt oder wenn der Smartphone-Akku so schnell leer wird, dass sich das Gerät sogar spontan ausschaltet. Dann ist es Zeit, den Akkustand professionell überprüfen und tauschen zu lassen. Manchmal muss auch direkt ein neues Smartphone gekauft werden.

Wer beim Kauf eines neuen Smartphones Geld sparen will, der kann auch auf ein refurbished Handy setzen:

Wann lohnt sich ein Akkutausch?

Wenn der Akku tatsächlich alt und schwach ist, muss aber nicht immer gleich ein neues Smartphone gekauft werden. Die folgenden Vorteile sprechen für einen Akkutausch, die Nachteile gegen einen Akkutausch und somit für den Kauf eines neuen Smartphones.

  • Das Smartphone ist technisch noch schnell genug
  • Die Kamera und der Speicher sind ausreichend für den eigenen Bedarf
  • Das Smartphone ist sehr hochwertig
  • Lediglich die Laufzeit des Akkus ist das Problem
  • System ist sehr langsam
  • Schwache Kamera und Speicherprobleme
  • Die Ladebuchse ist defekt
  • Keine aktuellen Sicherheitsupdates mehr verfügbar

Fazit: Meist liegt es nicht am Akku selbst

Wenn ein Smartphone-Akku schnell leer wird, steckt nicht automatisch ein Defekt dahinter. Häufig sind eine hohe Displayhelligkeit, stromhungrige Apps, ein schlechter Empfang, aktive Ortungsdienste oder ungünstige Einstellungen verantwortlich. Wer sein Gerät überprüft und einige Funktionen anpasst, kann die Laufzeit oft deutlich verlängern. Erst wenn der Akku stark gealtert ist oder das Smartphone insgesamt veraltet wirkt, lohnt sich ein Austausch oder Neukauf.